smoonr — social media mobile online relations | Meine Re:publica 2014
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Jüdisches Denkmal Berlin

Mei­ne Re:publica 2014

Ich war heu­er das ers­te Mal auf der größ­ten Online und Blog­ger­ver­an­stal­tung im deutsch­spra­chi­gen und viel­leicht sogar welt­wei­ten Raum. 8000 Men­schen, span­nen­de Aus­stel­ler, zig Vor­trä­ge und liter­wei­se Fritz Cola. Die gro­ßen The­men auf den ers­ten Bli­ck waren Edward Snow­den, Big Data und Afri­ka. Spe­cial Guest David Has­sel­hoff konn­te ohne Song nicht von der Büh­ne und auch Sascha Lobos Rede an die Nati­on mit­samt saf­ti­ger Stand­pau­ke durf­te natür­li­ch nicht feh­len.

Im Fol­gen­den habe ich aus­zugs­wei­se Vor­trä­ge zusam­men­ge­fasst, um allen Daheim­ge­blie­be­nen einen Ein­bli­ck in die The­ma­tik zu gewäh­ren. Wer mehr wis­sen möch­te fin­det hier Details:

Fern­se­hen line­ar vs. mul­tis­creen

Mein Tag 1 auf der re:publica begann mit einem eigent­li­ch eher die off­line Welt bewe­gen­den Kanal – dem Fern­se­hen, und zwar mit der kon­kre­ten Fra­ge “Wie macht man Fern­se­hen für jun­ge Ziel­grup­pen?”.

Fernsehen Keynote Battle

Es fing mit der Stel­lung­nah­me von Ally Cast­le vom Digi­tal­sen­der BBC Three an. BBC Three hat die Visi­on, ein kom­plett digi­ta­ler Sen­der zu wer­den. Die Fern­seh­land­schaft und die Art, wie Men­schen fern­se­hen, hat sich in den letz­ten Jah­ren ver­än­dert. Der Erfolg von Seri­en und Fil­men basiert zu einem gro­ßen Pro­zent­satz dar­auf, ob er online ange­bo­ten wird, wel­che Dis­kus­sio­nen rund um den Inhalt in diver­sen Soci­al Media Kanä­len lau­fen und wie groß der media­le Hype in der Gesamt­kom­mu­ni­ka­ti­on rund um ein „TV-Groß­er­eig­nis“ wird.

Ally Cast­le ist der Mei­nung, dass heu­te bereits fast die Hälf­te aller 16 bis 40-jäh­ri­gen nur mehr TV on demand kon­su­mie­ren. Man rich­tet sich längst nicht mehr nach Fern­seh­zei­tun­gen und fixe Pro­gram­me. Bei die­ser Ziel­grup­pe stirbt das “alte” Fern­se­hen all­mäh­li­ch. BBC Three ist sich bewusst, dass digi­ta­ler Broad­cast ein über­füll­ter Markt ist, der es für einen Stan­dard­fern­seh­sen­der nicht ganz ein­fach zu nut­zen ist.

TV Kanä­le müs­sen jedoch in die neu­en Märk­te auf­bre­chen, um einen posi­ti­ven Markt­ein­fluss aus­zu­üben, neue Wege zu fin­den, um sich mit die­ser ver­lo­ren­ge­gan­gen Ziel­grup­pe wie­der ne zu ver­bin­den. Digi­ta­ler Inhalt eröff­net neue Wege des Sto­ry­tel­lings, crea­ti­ve Ansät­ze eine Geschich­te vor­an­zu­trei­ben und ver­zich­tet fast gänz­li­ch auf linea­re Erzähl­strän­ge. Digi­ta­les Broad­cas­ting funk­tio­niert zeit- und Fern­seh­team los.

Der zwei­te Spea­ker, Alex­an­der Maz­za­ra von Joiz — Soci­al TV pflich­te­te Cast­le bei, wenn er behaup­tet, dass es für das klas­si­sche Fern­se­hen ein revo­lu­tio­nä­res Kon­zept dar­stellt, sei­nem Publi­kum, das bis dato blo­ße Zuse­her und kei­ne Mit­seher waren, eine kom­plet­te Par­ti­zi­pa­ti­ons­platt­form zu bie­ten.

Es gibt längst nicht mehr nur einen Screen oder 1 Medi­um. Fern­se­hen ist omni­prä­sent gewor­den. In Soci­al Media Kanä­len und im Inter­net wer­den Sze­nen, Cha­rak­tä­re, Hand­lungs­ver­läu­fe und Fern­seh­ma­cher wei­ter­ent­wi­ckelt, erfun­den, kri­ti­siert und bewer­tet. Sto­ries wer­den wei­ter­erzählt, ohne dass die Sen­der das vor­an­trei­ben.

Alex­an­der von Har­ling von eins­plus erzähl­te, dass auch die deut­schen öffent­li­ch-recht­li­chen Sen­der ARD und ZDF bereits nach der digi­ta­len Ziel­grup­pe schie­len und ein Ansu­chen, um ein cross­me­dia­les, jun­ges Medi­en­for­mat zu kre­ieren, beim Minis­te­ri­um ein­ge­reicht haben. Auch live kann inter­ak­tiv hei­ßen, den­ke man an die live Dis­kus­sio­nen wäh­rend einer regu­lä­ren TV-Aus­strah­lung wie Tat­ort oder Wet­ten, dass auf Twit­ter.

Second Screen darf sei­ner Mei­nung nach nicht hei­ßen, ande­re Info zum sel­ben Inhalt zu erhal­ten und sich somit als Zuse­her die Auf­merk­sam­keit zwi­schen 2 Screens auf­zu­tei­len, son­dern viel­mehr, die glei­che Info (also ein Stream der Sen­dung am TV Bild­schirm) mit Meh­r­in­for­ma­tio­nen oder Ser­vices zu ver­knüp­fen. Von Har­ling ist sich sicher, dass auch im Mul­tis­creen­zeit­al­ter Imer­genz mög­li­ch ist: Das Gan­ze muss immer mehr sein, als die Sum­me sei­ner Tei­le.

Dani­el Fied­ler ZDF Kul­tur ist etwas ande­rer Mei­nung, was die Ziel­grup­pe des Fern­se­hens angeht. Unse­re Gesell­schaft wird älter – der deut­sche Durch­schnitts­zu­se­her ist 50 Jah­re alt.

Pro­gram­me machen sich bei neu­en For­ma­ten Gedan­ken, wie älte­re, nicht jün­ge­re Zuschau­er­grup­pen unter­hal­ten wer­den kön­nen, denn der deut­sche Durch­schnitts­zu­se­her ist laut Umfra­gen 51 Jah­re alt. Nur RTL und PRO7 tei­len sich den Markt der unter 35-jäh­ri­gen in Deutsch­land. Die jun­ge Ziel­grup­pe holt sich rele­van­te Sen­dun­gen nicht mehr aus dem Fern­se­her, son­dern direkt aus TVthe­ken oder dem Netz, egal zu wel­cher Uhr­zeit.

Fied­ler ist über­zeugt, das Fern­se­hen wird erst dann jün­ge­res Publi­kum anlo­cken, wenn die Para­me­ter (also die Quo­te) anhand derer der Erfolg einer Aus­strah­lung gemes­sen wird, sich ändern. Es gibt Sen­de­for­ma­te, die bei der linea­ren live Mes­sung nur 0,4% Erfolgs­quo­te haben, online jedoch beacht­li­ch grö­ße­re Erfol­ge fei­ern.

Der ZDF Kul­tur Ver­ant­wort­li­che spricht sich dafür aus, dass auch die For­men der Dis­tri­bu­ti­on geän­dert wer­den müs­sen. Brea­king Bad allein im Fern­se­hen aus­zu­strah­len, wäre der Tod der Serie in Deutsch­land gewe­sen. Da sie auch Online aus­ge­strahlt wur­de, hat sich das auch auf die linea­ren Zuschau­er­quo­ten aus­ge­wirkt.

Geschlech­ter­kampf

Auch die Schau­spie­le­rin und Blog­ge­rin Belin­de Ruth Stie­ve, die unter SchspIN – Gedan­ken einer Schau­spie­le­rin schreibt, spricht sich für eine Revo­lu­ti­on der öffent­li­ch-recht­li­chen Fern­seh­land­schaft auf der re:publica aus. Wenn auch in einer ande­ren Rich­tung, denn sie setzt für die Gleich­ver­tei­lung der Geschlech­ter im Fern­seh- und Kino­sek­tor ein und zeig­te rela­tiv pla­ka­tiv nicht nur die Alters­ver­tei­lung von Frau­en­rol­len im Öffent­li­ch-Recht­li­chen Fern­se­hen, son­dern auch die der weib­li­chen Regis­seu­rin­nen und  Dreh­buch­au­to­rin­nen im Ver­gleich zu männ­li­chen auf.

Geschlechterverteilung im öffentlich-rechtlichen deutschen Sendelandschaft

Um beim The­ma Frau­en zu blei­ben — ähn­li­ch ist auch die Daten­bank von Anne Roth und Maren Helt­sche gedacht, die sich an weib­li­che Spea­ke­rin­nen rich­ten soll. Sie ruft Frau­en dazu auf, im pro­fes­sio­nel­len Umfeld prä­sen­ter zu wer­den. Unter www.speakerinnen.org kön­nen sich Frau­en in die Daten­bank ein­tra­gen. Die Initia­ti­ve ent­stand aus der Grup­pie­rung der Rails­Girls, die Tech­ni­ke­rin­nen und Pro­gram­mie­re­rin­nen för­dert. Da den­ke ich doch gleich mal an die Schwes­ter von Digi­ta­lis­ta.

Open Govern­ment

Der zwei­te Schwer­punkt des Tages lag auf Bür­ge­rIn­nen-Initia­ti­ven im tech­ni­schen Bereich. Julia Kloi­ber und Ste­fan Kauf­mann prä­sen­tier­ten unter dem Titel „Civic Tech- of the peop­le, by the peop­le and for the peop­le“ inno­va­ti­ve Platt­for­men und Pro­jek­te, in denen Bür­ge­rIn­nen mit ihrer Regie­rung in Ver­bin­dung tre­ten kön­nen, um Städ­te lebens­wer­ter zu machen. Gleich­zei­tig zeig­ten sie die wich­tigs­ten Grün­de auf, war­um es gera­de im Öffent­li­chen Sek­tor so schwie­rig sein kann, inno­va­ti­ve und anste­cken­de Pro­jek­te zu rea­li­sie­ren. Unter ande­rem bekri­tel­ten sie feh­len­des Budget, wenig Expe­ri­men­tier­spiel­raum, kein Raum für Fehl­ver­su­che und wenig qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal. Gute Bei­spie­le für Open Govern­ment Data und enga­gier­te Bür­ge­rIn­nen sind die Fol­gen­den:

Public Services

Big data

Ähn­li­ch ange­sie­delt war der Vor­trag „Lets visua­li­ze it! Making sen­se of glo­ba­liza­t­i­on through data visua­liza­t­i­on” der Ber­tels­mann Foun­da­ti­on. Das Por­tal http://viz.ged-project.de basiert auf der Visua­li­sie­rung von dua­len Bezie­hun­gen mit glo­ba­len Ver­gleichs­wer­ten. Die ani­mier­ten Info­gra­fi­ken kann man durch Snap­shots zum eige­nen Sto­ry­tel­ling bei Prä­sen­ta­tio­nen ver­wen­den, embed­ding code inklu­si­ve.

Das zwei­te vor­ge­stell­te Por­tal von World­bank kumu­liert (fast) alle mög­li­chen Daten aller Län­der. Die­se Daten wer­den auch via API für Drit­te zur Ver­fü­gung gestellt und kön­nen ver­wen­det wer­den. (Sie­he http://worldbank.tumblr.com).

Als Abschluss ent­zück­te die etwas ande­re Art der Visua­li­sie­rung gro­ßer Daten namens Pre­mi­se (www.premise.com), ein Por­tal, das allein durch das in Betracht zie­hen von Nut­zer­da­ten nach IP wie­der neue Infor­ma­tio­nen über das län­der­spe­zi­fi­sche Inter­es­se an glo­ba­len Daten betrifft.

Blog­ger, Spra­che und Moral im Inter­net

Ein wich­ti­ges The­ma, das beson­ders PR- und Soci­al Media Ver­ant­wort­li­che inter­es­siert sind die Kos­ten für Blog­ger-Rela­ti­ons. Meh­re­re inter­na­tio­na­le Vor­tra­gen­de spra­chen im Panel „How do you buy a blog­ger? – Blog­ger rela­ti­ons from a glo­bal per­spec­tive über Sinn und Unsinn in der Blog­ger­sze­ne. Ein­stim­mig war man der Mei­nung, dass auch ein Blog­bei­trag sein Geld wert ist. Unei­nig wur­de man sich erst bei der Dis­kus­si­on ab wel­cher Gren­ze ein Bei­trag als „gekauft“ gewer­tet wer­den kann.

Ange­fan­gen von Kost und Logis und der Gunst, noch unbe­wor­be­ne Pro­duk­te und Neu­hei­ten tes­ten zu dür­fen, war auch die ein­ge­setz­te Zeit und Tickets zu Ver­an­stal­tun­gen Kos­ten­the­ma. Kun­den kön­nen aber nicht nur für das Schrei­ben im Blogg­er­ei­ge­nen Ter­rain dank­bar sein, in der Sze­ne ist es auch übli­ch, Blog­ger auf kun­den­ei­ge­nen Maga­zi­nen und Platt­for­men Gast­bei­trä­ge ver­fas­sen zu las­sen oder publis­hing rights zu erwer­ben. Pro­ble­ma­ti­sch sahen alle Spea­ker das Feh­len all­ge­mein gül­ti­ger Regu­la­tio­nen.

Scho­ckie­rend war die Video­bot­schaft der rus­si­schen Blog­ge­rin Olga Rasul­o­va, die erzähl­te, dass in Russ­land seit 5. Mai ein Gesetz in Kraft getre­ten ist, das es der Regie­rung erlaubt, Blogs ab einer Reich­wei­te von 3000 Lesern zu zen­su­rie­ren. In einer Sze­ne von über 40 Mil­lio­nen ein ein­schnei­den­des Urteil gegen die Pres­se- und Mei­nungs­frei­heit.

Es ist für Unter­neh­men und Mar­ken, die beson­ders im Life­sty­le Sek­tor ange­sie­delt sind, erfolgs­ver­spre­chend, ein eige­nes bran­chen­spe­zi­fi­sches Blog­ger­netz­werk zu pfle­gen, um schnell und pro­fund Feed­back und Test­ergeb­nis­se und gleich­zei­tig den nöti­gen Buzz für sei­ne Sache zu bekom­men. Wie im Umgang mit Busi­ness Part­ner und per­sön­li­chen Kon­tak­ten ist es auch in der Blog­ger­sze­ne unum­gäng­li­ch, sein Netz­werk zu pfle­gen, des­sen Vor­lie­ben zu ken­nen und sie mit Sorg­falt vor­zu­be­rei­ten. Dazu fie­len die Schlag­wor­te Dis­tan­ce, Sup­port und Col­la­bo­ra­ti­on.

Den Abschluss mei­ner Vor­trä­ge form­te der kurz­wei­li­ge Plä­doy­er für einen grö­ße­ren Wort­schatz von Wib­ke Lad­wig unter dem Titel „Ein blin­des Huhn ist kein Pony­hof“. Mehr davon zei­gen die fol­gen­den Bil­der:

Sprachverfall

Kretin

Todes­stern­sün­den

Lau­ra Sophie Dorn­steins Prä­sen­ta­ti­on über die neu­en alten 7 Tod­sün­den in der online Sze­ne war gut gemeint, es fehl­te ihr aber an inhalt­li­cher Tie­fe. Für Leser, die kei­ne katho­li­sche Erzie­hung genos­sen haben, sind sie im Fol­gen­den kurz umris­sen:

  1. HOCH­MUT: sich in den sozia­len Medi­en immer von sei­ner schil­lernds­ten Sei­te dar­stel­len zu wol­len und die stän­di­ge Insze­nie­rung der eige­nen Per­son gehört abso­lut zu online No-Gos. „Den Eli­tis­mus der Netz­ge­mein­de“, der alle nicht zur Sze­ne gehö­ren­den Men­schen aus­schließt oder dis­kri­mi­niert, zählt die Vor­tra­gen­de eben­falls zu einer Sün­de.
  2. GEIZ ist eben­falls nicht die rich­ti­ge Strategie, auch online Con­tent ist sein Geld wert. Auf der ande­ren Sei­te fin­det sie es groß­zü­gig, Bil­der und Inhal­te copy­right­frei dar­zu­brin­gen.
  3. WOL­LUST: Als Bei­spiel bringt Dorn­heim hier die Kup­pel­hel­fer Tin­der und OKCu­pid, pran­gert aber an, dass hier Men­schen viel zu wahl­los ein­an­der vor­ge­stellt wer­den. Online Kon­tak­te, meint sie, sind viel zu oft auf Quan­ti­tät und nicht Qua­li­tät aus­ge­legt.
  4. VÖL­LE­REI: Dazu gibt es nur eins zu sagen: #food­porn
  5. ZORN: Shits­torms sind böse. Men­schen, die ihre Mei­nung online kund tun möch­ten, dür­fen nicht per­sön­li­ch wer­den. Hand­lungs­wei­sen sind zu kri­ti­sie­ren, von Belei­di­gun­gen ist beson­ders auf­grund des ewi­gen Gedächt­nis­ses des Inter­nets Abstand zu neh­men.
  6. NEID Wer hat mehr Fans, Likes, Com­ments, Klout Score.
  7. FAUL­HEIT Das Netz lädt dazu ein, wenig sel­ber zu machen (Copy und Pas­te). Google Bil­der­su­che ist ein­fach ein­fa­cher, als nach ver­füg­ba­ren Open Con­tent zu suchen.

Arbeits­ethik

Am meis­ten brach­te mich jedoch Wolf Lott, Autor Wirt­schafts­jour­na­list und Grün­dungs­mit­glied von Brand­eins zum Den­ken, der auch den abschlie­ßen­den Vor­trag für mei­nen drit­ten Tag der Kon­fe­renz hielt. Sei­ne inspi­rie­ren­de Rede über die neu­en Arbeits­ethik, wie gefähr­li­ch Rou­ti­nen, 9–5 Jobs und Indus­trie­ge­sell­schaft sich auf die Wei­ter­ent­wick­lungs- und Ent­fal­tungs­mög­lich­kei­ten einer Wis­sens­ge­sell­schaft aus­wir­ken hat mich sehr beein­druckt.

Ansich­ten der alten Arbeits­welt wie „Im Schwei­ße dei­nes Ange­sichts soll­st du dein Brot ver­die­nen“ und „Wer nichts fer­tig macht, hat nichts ver­dient“ kor­re­lie­ren nicht mehr mit den Ansich­ten und Aus­sich­ten jun­ger Men­schen. Die aktu­el­le Gene­ra­ti­on hat in der Berufs­welt weni­ger Chan­cen als die Gene­ra­ti­on davor. Es gibt zu weni­ge Ange­stell­ten­ver­hält­nis­se für den Markt. Arbeit ohne Lohn ist heut­zu­ta­ge kein Kava­liers­de­likt, den­ke man nur an den Vor­trag über die Ent­loh­nung von Blog­gern. Eine freie Kul­tur ist nicht mehr am Leben zu erhal­ten, so Lott. Unser Arbeits- und Erwerbs­be­griff ver­schiebt sich: Selb­stän­dig­keit gilt heu­te noch als Risi­ko, die Gesell­schaft wer­tet die Selb­stän­dig­keit ab: „Man hat es ja nicht zum Ange­stell­ten geschafft!“. Wie wird man öko­no­mi­sch auto­nom? Die Ver­hält­nis­se müs­sen sich ändern. Wis­sen wol­len hat sel­ten etwas mit fest ange­stellt sein zu tun. Natür­li­ch gera­de ein gro­ßes The­ma für ein jun­ges smoonr.

Fazit

Die Re:publica war die­ses Jahr vor­al­lem für Staats­be­diens­te­te, Daten­schüt­zer und Blog­ger inter­es­sant. Inhalt­li­ch fehl­te es mei­ner Mei­nung nach groß­teils an Tie­fe. Die Quan­ti­tät recht­fer­tig­te Qua­li­täts­män­gel nicht. Nicht der Besu­ch an vie­len Vor­trä­gen ist bei der Kon­fe­renz vor­ran­gig, son­dern das Netz­wer­ken dazwi­schen.

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