smoonr — Content Marketing Agentur | Viralität und Urheberrecht
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Screenshot vom Facebook Posting

Vira­li­tät und Urheberrecht

Manch­mal ergibt sich ein neu­es Blog­the­ma ganz von allei­ne. Und aus einem geplan­ten The­ma — näm­lich das zum The­ma Vira­li­tät —  gesellt sich aus aktu­el­lem Anlass gleich ein Zwei­tes — Urheber­recht und Shitstorm.

Vira­li­tät: Segen oder Krankheit?

Wir ver­brin­gen die meis­te Zeit in den sozia­len Netz­wer­ken, um uns selbst dar­zu­stel­len, uns mit unse­ren Freun­den zu ver­bin­den, in ande­ren Leben her­um­zu­stö­bern und Zer­streu­ung zu fin­den. Infor­ma­tio­nen und Bei­trä­ge aus der Agen­tur­welt sind viel­leicht für mich und hof­fent­lich mei­ne Kun­den und Part­ner inter­es­sant, Inter­ak­ti­vi­tät und Fan­zu­wachs för­dern die­se jedoch selten.

Adolf Fried­rich Lud­wig Frei­herr von Knig­ge erkann­te bereits im 18. Jahr­hun­dert: “Man soll nie ver­ges­sen, daß die Gesell­schaft lie­ber unter­hal­ten als unter­rich­tet sein will.”

Um die eige­ne Reich­wei­te zu ver­grö­ßern, eig­nen sich beson­ders Sprü­che und Vide­os. Die­se sind schnell und ein­fach zu kon­su­mie­ren und trans­por­tie­ren Emo­tio­nen auf­grund ihrer visu­el­len Basis bes­ser und direk­ter als exter­ne Links und Text.

Ein Bei­trag wird sich dann wie ein Virus in den sozia­len Kanä­len ver­trei­ben, wenn er Emo­tio­nen weckt, aktu­ell ist und die Ziel­grup­pe direkt betrifft. Wobei “Vira­li­tät “nicht immer hei­ßen muss, gleich Mil­lio­nen Men­schen zu errei­chen, son­dern ein­fach “teil­ba­ren” Inhalt zu produzieren.

Die Wort­schatz-Rei­he von smoonr ist des­halb so erfolg­reich, weil sie eine beson­de­re lin­gu­is­ti­sche Eigen­art her­aus­streicht, die Öster­reich vom Rest der DACH Regi­on abhebt. Die gewähl­ten Aus­drü­cke sind lus­tig, weil sie das Gegen­teil von dem mei­nen, was sie aussagen.

Auch Chris­toph Waltz erklärt die­se Fein­heit der Öster­rei­chi­schen Spra­che in einem Inter­view mit Con­an, der Stan­dard lan­cier­te vor kur­zem ein Bun­des­län­der­quiz und ich schmö­ke­re per­sön­lich seit Jah­ren lei­den­schaft­lich in Öster­reich — Deutsch Wörterbüchern. 

Urheber­recht und Shitstormgefahren

Anten­ne Stei­er­mark hat ges­tern mei­ne Über­set­zung von “Jo eh” gepos­tet. Ich möch­te erläu­tern, wel­che Maß­nah­men dazu führ­ten, dass sie die­ses, eines ihrer erfolg­reichs­ten Pos­tings (bin­nen Stun­den bekam es meh­re­re tau­send Likes und eini­ge hun­dert Sha­res) heu­te mor­gen gelöscht haben.

Zu Beginn möch­te ich unter­strei­chen, dass die Über­set­zung “Ich erken­ne die Sinn­haf­tig­keit dei­nes Vor­schlags, wer­de ihn aber trotz­dem nicht befol­gen” von mir per­sön­lich erfun­den, getex­tet und am frü­hen Abend des 23. März 2015 auf der smoonr Face­book­sei­te gepos­tet wurde.

Ich selbst wur­de ges­tern nach­mit­tag von einem Freund dar­auf hin­ge­wie­sen, dass Anten­ne mich kopiert hat­te. Es gab vor­her bereits meh­re­re Kopi­en, der Spruch wur­de sogar von Drit­ten auf Insta­gram und Twit­ter hoch­ge­la­den und ohne Quel­len­an­ga­be, aber im Ori­gi­nal­de­sign ver­brei­tet. Dort, wo ich es bemerkt habe, habe ich mich bei den Nut­ze­rIn­nen für die Ver­brei­tung bedankt. Ver­ein­zelt gab es eige­ne Vari­an­ten von Ein­zel­per­so­nen mit etwas abge­wan­del­tem Text und Hintergrund.

Da Anten­ne Stei­er­mark die per­sön­li­che Nach­rich­ten­funk­ti­on für Fans deak­ti­viert hat, nahm ich per E-Mail Kon­takt auf. Ich erklär­te, die Urhe­be­rin die­ses Texts zu sein und for­der­te sie auf, das Pos­ting zu löschen. Lei­der bekam ich kei­ne Ant­wort, wor­auf ich zum Hörer griff und das Radio anrief. Am ande­ren Ende der Lei­tung wur­de ich geduzt, nicht son­der­lich ernst genom­men und nach­dem ich mein Anlie­gen erklärt hat­te, ver­such­te man mir auch noch weis zu machen, dass die­ser Spruch der Redak­ti­on bereits seit Wochen bekannt war und er somit gar nicht von mir stam­men könn­te. Man ver­sprach aber zumin­dest die Sach­la­ge mit der “schul­di­gen” Redak­teu­rin abzu­klä­ren und mich zurück­zu­ru­fen. Lei­der kam der Rück­ruf nicht.

Ich hat­te im ers­ten Schritt also ver­sucht, die Situa­ti­on per­sön­lich und nicht auf Face­book zu klären.

Ich schrieb einen Bei­trag und ver­link­te mein Pos­ting auf der Face­book­sei­te des Radio­sen­ders. Vie­le mei­ner Freun­de und Fans waren soli­da­risch und wie­sen in Kom­men­ta­ren auf mei­ne Urhe­ber­schaft hin. Anten­ne Stei­er­mark mel­de­te sich um ca. 21:00 Uhr (10 Stun­den nach Ver­öf­fent­li­chung) via Face­book bei mir. Sie ver­spra­chen, die Sache rich­tig zu stel­len und mich als Auto­rin im Bei­trag zu nen­nen. Ein fai­res Angebot.

Die Sache wäre damit für mich erle­digt gewe­sen, hät­ten sie nicht gleich­zei­tig die Schuld auf einen Fan gescho­ben, der den Spruch in Text­form als Bei­trag an Anten­ne Stei­er­mark schick­te. Man fand ihn lus­tig, goss ihn in das Anten­ne Design und ver­öf­fent­lich­te ihn. Anstatt sich zu ent­schul­di­gen, was bereits am Tele­fon wich­tig gewe­sen wäre, such­te man einen Sündenbock.

Was mich stört, ist also gar nicht die Kopie selbst, son­dern wie mit mir und der Situa­ti­on inge­samt umge­gan­gen wurde:

Auf mei­ne Stel­lung­nah­me reagier­ten sie mit Aus­sa­gen wie: “[…]wenn dir damit gedient ist[…]” und “[…]Damit nicht noch mehr Auf­re­gung ent­steht, haben wir den Bei­trag gelöscht, da wir nicht auf ihn ange­wie­sen sind! Wir hof­fen das war in dei­nem Inter­es­se[…]”. Dies sind For­mu­lie­run­gen, die einem fried­li­chen Aus­gang nicht gera­de dien­lich sind und einem pro­fes­sio­nel­len Unter­neh­mens­auf­tritt widersprechen.

Ver­ste­hen Sie mich nicht falsch, Men­schen machen Feh­ler und eine Urhe­ber­rechts­ver­let­zung pas­siert schnel­ler als einem lieb ist. Das Inter­net ist voll von Sprü­chen, Zita­ten und Texten und von den Auto­ren fehlt oft­mals jede Spur. Das Recher­chie­ren von plau­si­blen Quel­len fällt in den sozia­len Kanä­len sehr schwer und auf einen Ver­weis ver­zich­tet man schnell.

Wie man Shit­s­torms und Eska­la­ti­on vorbeugt

Wenn Sie als Unter­neh­men in Face­book aktiv sind und unbe­wusst einen Feh­ler machen oder kri­ti­siert oder ver­bes­sert wer­den — egal ob wahr, falsch, sub­jek­tiv oder kol­lek­tiv emp­fun­den, lege ich Ihnen die fol­gen­de Check­lis­te ans Herz:

Offen­heit

Geben Sie Ihren Fans die Mög­lich­keit, Sie abseits von Face­book zu kontaktieren.

  • Akti­ve­ren Sie die Nachrichtenfunktion
  • Nen­nen Sie eine Sup­port E-Mail Adres­se oder Hotline

Beob­ach­ten

Beob­ach­ten Sie Ihre Kanä­le und die Akti­vi­tä­ten lau­fend. Das ein­zi­ge, das schlim­mer ist, als falsch zu reagie­ren, ist, gar nicht zu reagie­ren. Je nach Grö­ße und The­ma Ihrer Prä­senz ist 1–2 Stun­den maxi­ma­le Respon­se­zeit optimal.

Reagie­ren

Behal­ten Sie einen küh­len Kopf. Auch wenn es in die­sen Medi­en ver­füh­re­risch ist, ant­wor­ten Sie nie emo­tio­nal oder unreflektiert.

Es ist uner­heb­lich, ob Sie die kul­tu­rel­len, poli­ti­schen, gesell­schaft­li­chen oder sexu­el­len Ansich­ten Ihres Kri­ti­kers tei­len oder per­sön­lich absto­ßend fin­den. Auch das inhalt­li­che oder text­li­che Niveau des Kom­men­ta­tors soll­te Sie in Ihrer Wort­wahl nicht bein­flus­sen: Sie reprä­sen­tie­ren (in den meis­ten Fäl­len) eine Mar­ke, Orga­ni­sa­ti­on oder ein Unter­neh­men und müs­sen ohne Aus­nah­me immer neu­tral, tole­rant und libe­ral kommunizieren.

Den­ken Sie immer dar­an, die sozia­len Netz­wer­ke sind ein öffent­li­ches Medi­um. Was sie nicht als Inse­rat in eine Zei­tung ver­öf­fent­li­chen, oder bei einer Pres­se­kon­fe­renz sagen wür­den, soll­ten Sie auch nicht auf Face­book posten.

Ent­schul­di­gen

Für den Unbe­tei­lig­ten sieht es meis­tens so aus, als hät­ten Sie als Orga­ni­sa­ti­on eine Ein­zel­per­son ver­letzt, sie unge­recht behan­delt oder ihr Scha­den zuge­fügt. Die Grup­pe sym­pa­thi­siert gemein­hin immer mit dem Opfer. Also sei­en Sie höf­lich, neh­men Sie das State­ment ernst, ent­schul­di­gen Sie sich und ermu­ti­gen Sie den Betrof­fe­nen, sich mit Ihnen via E-Mail oder Tele­fon in Ver­bin­dung zu set­zen, um das Problem zu lösen.

Schuld­zu­wei­sun­gen

…inter­es­sie­ren nie­man­den. Ver­su­chen Sie die Situa­ti­on diplo­ma­tisch zu lösen und bie­ten Sie in kri­ti­schen Fäl­len Wie­der­gut­ma­chung (Gut­schei­ne, Pro­ben, Geschen­ke, etc.) an.

In die­sem Sin­ne Hap­py Face­boo­king und lie­be Anten­ne Stei­er­mark — ES PASST SCHO!

2 Kommentare
  • Die Denker
    Veröffentlicht am 19:27h, 14 September Antworten

    Nur inter­es­se­hal­ber: basie­ren die in Umlauf befind­li­chen Scherz­post­kar­ten dann alle auf Ihrer Erfin­dung? Erhält man dafür eine Urhe­ber­rechts­ver­gü­tung? https://www.google.at/search?q=jo+eh&tbm=isch&tbo=u&source=univ Dan­ke für eine etwai­ge Ant­wort, http://www.diedenker.org

    • Julia Pleschke
      Veröffentlicht am 11:14h, 21 Januar Antworten

      Sor­ry für die spä­te Ant­wort! Die “grü­nen” mit smoonr Absen­der und das aller­ers­te mit “Jo eh!” ent­sprin­gen alle mei­ner Fantasie 🙂

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